Die Anpassung an den Klimawandel ist mit dem Projekt "Klimawandelgerechte Metropole Köln" erfolgreich initiiert worden. Die Projektergebnisse sind in Handlungsempfehlungen für die zukünftige, klimawandelangepasste Stadtentwicklung eingeflossen.

Wir beabsichtigen, die Ergebnisse fortzuschreiben und in einen größeren räumlichen Kontext zu stellen. Geplant ist, die Hitzeentwicklung in dicht bebauten, hoch versiegelten Gebieten zu mindern. Durch die Steigerung der Verdunstungskühlung und dem gleichzeitigen Rückhalt von Niederschlagswasser vor Ort wird zudem Starkregenvorsorge betrieben.

Das Projekt: Klimawandelgerechte Metropole Köln
© Zimmer, Büro für corporate Design und visuelle Kommunikation

Mit dem Förderprogramm "GRÜN hoch 3 Dächer | Fassaden | Höfe" für bestehende Gebäude wollen wir die Dach-, Fassaden- und Hinterhofbegrünung ausbauen. Damit unterstützen wir die Bemühungen der Kölnerinnen und Kölner, wohnungsnahe private Haus- und Hofflächen sowie gewerbliche Flächen zu begrünen und damit aufzuwerten.

Die Zuwendungen werden im Rahmen des Programmes GRÜN hoch 3 nach Maßgabe der Förderrichtlinie gewährt. Mit der Förderung von Dach-, Fassaden- und Innenhofbegrünungen leisten wir im dicht besiedelten Stadtgebiet einen Beitrag, um das lokale Stadtklima zu verbessern.

Die sommerliche Hitzebelastung wird verringert, die Staubbindung verbessert und die Verdunstungskühlung erhöht. Durch die dezentrale Zwischenspeicherung von Regenwasser auf Dächern und in entsiegelten, begrünten Höfen wird ein Beitrag zum Rückhalt von Niederschlagswasser vor Ort, eine Steigerung der Verdunstungskühlung und die Schadensminderung von Starkregenereignissen geleistet.

In den Belastungsgebieten kann durch die Entsiegelung und Begrünung nicht genutzter Hinterhöfe und durch die Begrünung von Fassaden und Dächern nicht nur Niederschlagswasser bei sommerlichen Hitzeereignissen zur Verdunstungskühlung genutzt werden, sondern es lassen sich auch zusätzliche Umfeldverbesserungen und Gebäudeoptimierungen erzielen.

"Mehr Grün für ein besseres Klima in Köln" - Ein Leitfaden

Die Stadt Köln und die Stadtentwässerungsbetriebe Köln setzen sich gemeinsam dafür ein, private Flächen zu entsiegeln und zu begrünen. Dabei spielt auch der nachhaltige Umgang mit dem Regenwasser eine wichtige Rolle. Dies sind Themen der gemeinsam von Stadt Köln und StEB herausgegebenen Broschüre: "Mehr Grün für ein besseres Klima in Köln - Leitfaden zur Entsiegelung und Begrünung privater Flächen". Der Leitfaden gibt Hinweise und Tipps, wie das Umfeld durch Grüngestaltung und einen Umgang mit Regenwasser, der dem Klimawandel Rechnung trägt, angepasst werden könnte.

Der Leitfaden inspiriert und zeigt, welche Vorteile eine Umgestaltung mit sich bringen. Viele Gebäude und Grundstücke können mit einfachen Mitteln aufgewertet und in eine nachhaltige und lebenswerte Wohnumgebung verwandelt und damit der Anpassung der Stadt an den Klimawandel gerecht werden.

Leitfaden: Mehr Grün für ein besseres Klima in Köln
PDF, 5575 kb

Förderprogramm "GRÜN hoch 3"

Gefördert wird die Begrünung von Dach-, Fassaden- und Hofflächen in bestimmten Stadtquartieren. Fördergelder können zum Beispiel für den Aufbau einer Vegetationsschicht, die Entfernung von versiegelnden Bodenbelägen, Rankhilfen und bodengebundene Fassadenbegrünungssysteme beantragt werden. Das Förderkonzept umfasst ein Finanzvolumen von drei Millionen Euro und ist zunächst bis 2023 angelegt.

Die Förderung erfolgt als Zuschuss. Dieser beträgt 50 Prozent der als förderungsfähig anerkannten Kosten, höchstens jedoch 40 Euro pro Quadratmeter gestalteter Dach-, Boden- und Fassadenfläche. Pro Antragstellerin oder Antragsteller und Jahr können maximal 20.000 Euro bewilligt werden.

Nachfolgend finden Sie die Richtlinie im Wortlaut, eine Karte, die die Fördergebiete zeigt, und den Förderantrag.

"GRÜN hoch 3" Faltblatt
PDF, 1811 kb
Richtlinie zur Dach- und Fassadenbegrünung sowie zur Entsiegelung von Höfen
PDF, 168 kb
Fördergebiete - Anlage zur Richtlinie zur Dach- und Fassadenbegrünung sowie zur Entsiegelung von Höfen
PDF, 4142 kb
Zusammengefasste Informationen zum Programm "GRÜN hoch 3" Antrag "GRÜN hoch 3"

Vorteile von Dach-, Fassaden- und Innenhofbegrünung

Jede Maßnahme zur Begrünung bedeutet einen Gewinn für das Stadtklima und führt zur Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität.

© Stadt Ludwigsburg

(Thermisches) Wohlempfinden

Das Hitzeempfinden eines Menschens, der sich im Freien aufhält, hängt nicht allein von der Umgebungstemperatur ab. Entscheidend ist der Austausch des Menschen mit seiner Umgebung. Dabei sind neben der Umgebungstemperatur auch Faktoren wie Luftfeuchte, Luftströmung, Sonneneinstrahlung und die eigene Bekleidung entscheidend. Die Grafik (Quelle: "Strategisches Fachkonzept Klimaanpassung 2016" der Stadt Ludwigsburg) stellt die gefühlte Temperatur ohne und mit Begrünung an einem heißen Tag dar.

© Stadt Köln

Verbessertes Stadtklima

Begrünte Flächen halten Niederschlagswasser zurück, kühlen die Luft ab und feuchten sie an – kurzum: Sie verbessern das lokale Mikroklima und leisten einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel. Dies ist besonders bei lang anhaltenden sommerlichen Hitzeereignissen wichtig.

Hitzeabschirmung

Begrünte Dächer, Fassaden und Innenhöfe kühlen das Gebäude und die Umgebung ganz natürlich durch Verschattung und/oder Verdunstung.

Versickerung von Regenwasser vor Ort

Durch die Entsiegelung der Innenhöfe kann Regenwasser in den Boden versickern, so dass nicht nur die natürlichen Bodenfunktionen wieder hergestellt werden, sondern auch die städtische Kanalisation entlastet wird. Hier wird ein wichtiger Baustein zur Schadensprävention von Starkregenereignissen geleistet.

Der Boden bekommt seine natürliche Funktion als Bestandteil des Naturhaushaltes zurück. Die Pflanzen können je nach Regenereignis hohe Mengen an Wasser speichern und in Form von Verdunstung wieder abgeben.

Informationen zu Starkregen

Natürlicher Regenwasserspeicher

Dachbegrünungen halten 50 bis 90 Prozent der Niederschläge auf Dachflächen zurück. Durch die dezentrale Zwischenspeicherung kann das Niederschlagswasser wieder verdunsten und damit das Mikroklima verbessern. Die Gebühren für die Niederschlagswasserableitung entfallen.

Wärmedämmung und erhöhter Schallschutz

Begrünte Dächer und Fassaden verbessern die Energiebilanz und die Schalldämmung des Gebäudes. Durch die Bepflanzung erhalt das Gebäude eine "grüne Dämmung". So kann die Wärme im Winter innen besser gespeichert und im Sommer besser mit Hitzewellen umgegangen werden.

Verbesserte Luftqualität

Begrünte Flächen wie Dächer, Fassaden oder Höfe können stadttypische Schadstoffe und Stäube aus der Luft filtern beziehungsweise binden und tragen somit zu einer verbesserten Luftqualität bei.

Verlängerte Lebensdauer

Begrünte Dächer und Fassaden puffern Klima- und Umwelteinflüsse ab und verlängern dadurch ihre Lebensdauer. Durch die Begrünung des Gebäudes ist es nicht mehr so stark umweltbedingten Klima- und Witterungseinflüssen, wie zum Beispiel Niederschlägen, Sonneneinstrahlung, Temperaturschwankungen und Wind, ausgesetzt. Der direkte Kontakt wird durch die grüne Schutzschicht verhindert und verlängert somit die Lebensdauer des Gebäudes.

© Stadt Köln
© Stadt Köln
© Stadt Köln

Nutzbares Grundstück

Begrünte Dachflächen und Innenhöfe bieten vielfältige Nutzungsmöglichkeiten ohne zusätzliche Grundstückskosten. Durch die Begrünung ergeben sich neue, vielseitig nutzbare Flächen. Diese werten die Immobilie und das Grundstück auf, da private, naturnahe Rückzugsorte geschaffen werden.

Neuer Lebensraum für Flora und Fauna und damit höhere Biodiversität in der Stadt

Begrünte Dach- und Fassadenflächen schaffen Ersatzlebensräume für Pflanzen und Tiere. Mit Entsiegelung und Bepflanzung können gerade in Großstädten wie Köln fehlende Lebensräume für Tiere in Teilen kompensiert werden. Die neuen Rückzugsorte, die Schutz und Nahrung beispielsweise für Insekten und Vögel bieten, stellen bei naturbelassener Begrünung nicht nur einen unberührten Lebensraum für bedrohte Arten dar, sie können auch mit anderen Naturräumen sinnvoll zu grünen Korridoren verknüpft werden.

Grüne Aufenthaltsräume

Begrünte Flächen wirken sich positiv auf das Wohn- und Arbeitsumfeld aus und erhöhen dadurch die Lebensqualität. Mit den Begrünungen entstehen neue naturnahe Flächen, die besonders im dichten Stadtverkehr als sichere und ruhige Rückzugsorte von Kindern und Erwachsenen effektiv genutzt werden können. Gemeinsame Flächen, wie zum Beispiel begrünte Hinterhöfe, können das soziale Miteinander fördern. Die Pflanzen schaffen mit ihrem Schattenwurf an heißen Sommertagen zusätzliche kühle Aufenthaltsräume mit einem angenehmen Mikroklima, das sich auch positiv auf die Gesundheit auswirkt.

Einsparung von Geld und Energie 

Durch die verbesserte Energiebilanz des Gebäudes, die verringerte Niederschlagswassergebühr und die verlängerte Haltbarkeit der Flächen kann Geld eingespart werden.

Kontakt

Stadt Köln
Umwelt- und Verbraucherschutzamt

Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln

Telefon: 0221 / 221-25384 oder -36164

E-Mail an: gruenhoch3@stadt-koeln.de