Rund 180 Bürgerinnen und Bürger diskutierten mit der Oberbürgermeisterin

Oberbürgermeisterin Henriette Reker war am gestrigen Mittwochabend, 5. September 2018, zu Gast im Bezirksrathaus Chorweiler. Dorthin hatte sie für die zweite Runde der "Stadtgespräche" eingeladen. Rund 180 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen. "Wie wollen wir in Köln 2030 leben?", lautete das Thema des Abends.

Ich möchte mit Ihnen gemeinsam einen Kompass erstellen. Was ist Ihnen in Ihrem Stadtbezirk und in Köln insgesamt wichtig? Ich bin gespannt, wo Sie die Prioritäten setzen,

sagte Reker.

Im Mittelpunkt der zweiten Runde der Stadtgespräche steht die Stadtstrategie "Kölner Perspektiven 2030", die unter der Federführung des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik bearbeitet wird. Amtsleiterin Brigitte Scholz zeigte in ihrem Vortrag am Mittwochabend die vielen thematischen Facetten auf, mit denen sich das Amt derzeit beschäftigt: Zum Beispiel das Konzept "Starke Veedel, starkes Köln", mit dem die Lebensbedingungen von Kölner Bürgerinnen und Bürgern verbessert werden sollen. Es bietet niedrigschwellige Angebote für elf Sozialräume, darunter auch Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord.  

Die "Stadtgespräche" sind eine Informations- und Mitmachveranstaltung, um in einem ersten Schritt ein erstes Stimmungsbild aus den Bezirken zu gewinnen. Deshalb waren anschließend die Bürgerinnen und Bürger an den Stationen eines Mitmachparcours an der Reihe. Dort konnten sie eine Stunde zu unterschiedlichen Fragestellungen aktiv mitarbeiten und ihre Erfahrungen und Ideen zu ihrem Bezirk einbringen. Schriftlich und mündlich. Aber auch spielerisch.  

Eine erste Bestandsaufnahme wurde noch am gleichen Abend durch die Oberbürgermeisterin vorgenommen. Bei "3 Bälle für meinen Bezirk", bei dem rote Bälle in Eimer geworfen werden konnten, zeigte jeder Eimer ein Entwicklungsfeld, das gewichtet werden konnte. In den Eimer "Mobilität" wurden die meisten Bälle geworfen.

Das verstehe ich nach den vielen Einzelgesprächen gut. Abends sind manche Ziele nur zu bestimmten Zeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar,

sagte Reker.

Dann folgten "Sicherheit" sowie jeweils gleichauf "Wohnen" und "Bildung und Arbeit".  

Bei der Station "Mein Köln ist …" konnten Bürgerinnen und Bürger auf eine große Karte schreiben, was sie mit dem Stadtbezirk Chorweiler besonders verbinden, um sich anschließend damit fotografieren zu lassen: von "… schön bunt" über "… tolerant, vielfältig und herzlich – mein Zuhause!", aber auch "… am Limit!". Außerdem konnten auf einer großen Karte mit roten Punkten die jeweiligen Lieblingsplätze markiert werden: Ganz vorne lag der Pariser Platz, viele Punkte wurden aber auch für das Rheinufer, für Seeberg und Blumenberg verteilt. An den anderen Stationen forderten die Bürgerinnen und Bürger zum Beispiel: "Ausbau des ÖPNV auch nachts" oder auch: "Mein Köln ist 2030 nicht mehr lebensgefährlich für Radfahrer" sowie "Schwimmbad für Frauen in Chorweiler!"  

Viele Menschen aus dem Stadtbezirk nutzten an diesem Abend auch die Gelegenheit, um mit der Oberbürgermeisterin während des Mitmachparcours und bei der abschließenden Diskussionsrunde persönlich zu sprechen. Die Themen waren unter anderem: Wie können schneller Schulen gebaut werden? Bürgerinnen und Bürger aus Merkenich, Heimersdorf und Blumenberg berichteten von Parkplatzproblemen. Ein Bürger forderte, dass die Stadt sich für mehr Bürgerbegegnungszentren einsetzen soll, weil sich freie Träger daraus zurückziehen. Ein anderer Bürger warb um Unterstützung bei der Pflege eines Generationenparks in Volkhoven-Weiler – woraufhin spontan ein junger Besucher anbot, dort Rasen zu mähen. Die Oberbürgermeisterin hörte aufmerksam zu, Verwaltungsmitarbeiter notierten die angesprochenen Probleme und sicherten Antworten  zu. Reker warnte hinsichtlich der Begegnungsstätten vor allzu großen Erwartungen:

Die Stadt organisiert mit, sie kann aber nicht die freien Träger überall ersetzen. Wir werden uns aber flächendeckend ansehen, wo im Stadtgebiet weiße Flecken sind. Es  ist gut, dass dieses Problem hier benannt wird, damit wir es bearbeiten können.  

Die Oberbürgermeisterin bedankte sich abschließend bei den rund 180 Bürgerinnen und Bürgern:

Danke für die gute Diskussion. Ich freue mich, wenn wir im Gespräch bleiben.

Unter Hinweis auf den geplanten Stadtteil Kreuzfeld sagte Reker:

Wir werden es in Kreuzfeld anders machen, als zuvor. Es wird stets ein Team geben, das verwaltungsübergreifend den Überblick hat: Wer dort einzieht, soll gleich auch schon mit der Bahn fahren können.

Bei den Kölner Perspektiven 2030 soll eine über alle Politikfelder abgestimmte Stadtstrategie entstehen und somit eine sichere Zukunftsperspektive für die Stadtgesellschaft und Politik sowie für die Verwaltung schaffen. Sie wird durch umfassende Beteiligungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten begleitet. Daran beteiligt sind Politik, Verwaltung, Expertinnen und Experten und insbesondere alle Kölner Bürgerinnen und Bürger, die sich einbringen möchten. Sämtliche Beiträge der Bürgerinnen und Bürger aus den Bezirken werden gesichtet und sorgfältig ausgewertet. Und sie werden am Ende der Öffentlichkeit, wie auch thematischen Teams, zugänglich gemacht. Auf diese Weise fließen sie in den weiteren Prozess zur Erarbeitung der "Kölner Perspektiven 2030" ein.  

Das nächste Stadtgespräch findet am Mittwoch, 12. Dezember 2018, ab 18:30 Uhr im Bürgerzentrum Nippes, Altenberger Hof, Mauenheimer Straße 92 statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Informationen zu den Stadtgesprächen Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit